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Lebensnah Nr. 3/09

> Einer trage des anderen Last
> Balance zwischen Fürsorge und
> Eigenverantwortung

> Angehörigenarbeit im Sozialdienst
> Literaturempfehlungen




Eine psychische Erkrankung ist nicht nur für die Betroffenen sehr schwierig, sondern auch für die Angehörigen. Die Beziehung zur geliebten Person hat sich verändert, vieles ist problematisch oder gar unmöglich geworden. Fragen, Ängste und Zweifel tauchen auf, die in dieser Art und Weise vorher nicht da waren.

Häufig fühlen sich Angehörige mit der neuen Situation überfordert und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Hinzu kommt, dass sich die Aufmerksamkeit vorwiegend auf die erkrankte Person richtet. Das führt dazu, dass Ehegatten, Partner, Kinder, Verwandte und Freunde ihre eigenen Bedürfnisse gänzlich in den Hintergrund rücken in der Annahme, nur noch für die erkrankte Person da sein zu müssen.

Die Aufforderung von Paulus an die Galater «Einer trage des anderen Last» (Galater 6,2) gilt auch uns heute. Wahrscheinlich wissen wir alle, wie wichtig und hilfreich es ist, in schwierigen Situationen um das Mittragen von uns lieben Menschen zu wissen. Aber eben: es ist ein Mit-Tragen und deshalb sollte ein gewisses Gleichgewicht gewahrt bleiben. Der Miteinbezug von Angehörigen in den therapeutischen Prozess mit der psychisch erkrankten Person kann dabei eine wichtige Hilfe sein.

Der Kontakt zu den Angehörigen unserer Patientinnen und Patienten ist uns wichtig. Er erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Arzt, Sozialdienst und Therapie. Wie die ­konkreten Beispiele im Fachbericht von der Sozialarbeiterin Rosmarie Diem verdeutlichen, können dabei ganz praktische Fragen im Mittelpunkt stehen, die zusammen mit den Angehörigen diskutiert und geklärt werden

Wo immer möglich und nötig, sollten Angehörige und Freunde psychisch kranker Menschen Hilfe in Anspruch nehmen können, um zu einem gesunden Mit-Tragen zu gelangen. Mögen die Beiträge und ­Informationen in diesem Heft dazu nützliche An­regungen und Hinweise liefern.


Richard Hebeisen
Geschäftsführer







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