Was stört den Schlaf
Seit der Eröffnung der Klinik SGM Langenthal im Jahr 1987 bin ich im Verwaltungsbereich tätig. Meistens erfüllte mich das mit dem Gefühl, eine sinnvolle Arbeit zu tun. Und nach getaner Arbeit konnte ich nachts meistens/mit Ausnahmen gut schlafen.
Natürlich gab es Phasen, in denen das Gefühl der sinnvollen Arbeit verdrängt wurde durch Unstimmigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten. Das ist normal und jeder Arbeitende kennt das in seinem Alltag. Dabei erlebte ich schon, dass das Einschlafen vor Mitternacht durch kreisende Gedanken behindert wurde. Meistens habe ich dann niedergeschrieben, was mich beschäftigte. Im Idealfall waren Lösungsansätze mit dabei, die mich ruhiger stimmten und mich besser in den Schlaf fallen liessen. In schwierigeren Fällen erwachte ich nach wenigen Stunden Schlaf vorzeitig wieder auf und brütete weiter über der Lösung des Problems. Nicht immer erfüllte sich bei mir die Verheissung aus Psalm 127,2: «Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf.» Ich darf dankbar feststellen: Gott hat uns sehr viel geschenkt an materiellen und immateriellen Gaben und auch an Bewahrung vor Unglück.
Gratwanderung im Dialog
Besonders schwierige Phasen sind Wechsel in den Leitungsgremien. Eingespielte Prozesse kommen in Bewegung und es gilt, den Überblick über die wesentlichen Geschäftsbereiche zu behalten. Denn in erster Linie und unabhängig von allen organisatorischen Belangen sind wir dazu da, unseren Patienten die bestmögliche Therapie zu bieten. Als Team-Mitglieder müssen wir das innere Gleichgewicht bewahren, denn nicht unsere Probleme, sondern jene der Patienten stehen im Mittelpunkt. Das kommt manchmal einer Gratwanderung gleich und ich bin froh über die Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Aktuell befinden wir uns in der grössten Umstrukturierungsphase des noch nicht so alten Unternehmens Klinik SGM Langenthal. Vor einigen Jahren erhielten wir einen neuen Stiftungsrat, 2006 eine neue Klinikleitung und letztes Jahr ein neues Gebäude mit der Tagesklinik. Last but not least wurden zum dritten Mal in unserer Geschichte komplett neue EDV-Strukturen eingeführt. Selber bin ich dabei über die letzten zwanzig Jahre in ein gewisses Alter gekommen. Vor einiger Zeit begann es in meiner Wirbelsäule zu spuken, sodass ich mehr oder weniger abrupt aus dem Arbeitsprozess herausgerissen wurde. Nun lag ich im Bett mit der Frage: Warum? Zu den Problemstellungen am Arbeitsplatz kamen die starken Schmerzen, die mich am Schlafen hinderten. In der akuten Krankheitsphase waren für mich die Nächte besonders lang und der Schlaf kurz. Da blieb viel Zeit, um über Gründe nachzudenken. Doch Gott alleine weiss, warum ich ausgerechnet in dieser strengen Phase einen Schritt kürzer treten muss. Er hat ein Ziel mit uns und lässt uns reifer werden durch alle diese Geschehnisse. Ich freue mich jetzt schon, wenn wir nach Zeiten des unruhigen Fahrwassers wieder ruhigere Gewässer erreichen und der Alltag mit mehr Routine bewältigt werden kann.
Matthias Jundt
Leiter Finanzen und QS

